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| Der Zugvogel - von der Wanderjolle zur Hitech-Rennziege...
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Es war alles ganz anders gedacht, als der Zugvogel das erste Mal Wasser unter den Rumpf bekam: eine stabile Wanderjolle mit guten Segeleigenschaften, viel Platz und Stauraum war entstanden. Doch das ist ziemlich lange her...
Was heute bei Ranglisten-Regatten an den Start geht, hat nicht mehr viel mit den hehren Gedanken seiner Planer gemein: eine gewichtsoptimierte Rennziege mit einer Vielzahl von Einstellungen für jeden Wind und jedes Gewicht der Mannschaft ist er nun... ...Der Zugvogel. 188 Zentimeter breit, 588 Zentimeter lang, leichter, sich zur Spitze verjüngender Alumast mit verstellbaren Unter- und Babywanten, verstellbarer Mastbiegung, verstellbaren Vorschot-Holepunkten - während des Segelns zentral - Automatik-Traveller, verstellbarem Unterliek des Großsegels, Cunningham, Baumniederholer, verstellbaren Ausreitgurten und in jeder Stellung arretierbares Schwert mit Fenster im Schwertkasten zur Feinjustage. Jeder Anfänger kann den Mast problemlos zum S-förmigen Flitzbogen vertrimmen.
Komplett regattaklar in neuester Ausführung inklusive Trailer, Besegelung und Persenning sind für den ungetrübten - und konkurrenzfähigen - Segelspaß etwa 19.000 ¤ fällig. Mit nur einem Satz Segel. Aber das ist nicht der einzige Grund, warum es immer schwerer fällt, Nachwuchs für diese Einheitsklasse zu begeistern: diese Klasse ist nicht olympisch, trägt weder Europa- noch Weltmeisterschaften aus - und ist nicht spektakulär. Kein Trapez für den Vorschoter, um bei Starkwind an der Kreuz und auf Raumschokursen das Gewicht nach außen zu bringen - was braucht man beim Zugvogel für Bauchmuskeln... - und vor allen Dingen keinen Spinaker. Lediglich das Vorsegel wird ausgebaumt.
Die Knickspantjolle ist für den Nachwuchs schlicht nicht mehr zeitgemäß. 49er, Katamarane, Sportboote - das sind Funboats, die extremes Segeln mit enormem Speed ermöglichen, spektakulär aussehen und bei der Suche nach dem Kick ganz oben auf der Wunschliste stehen. Irgendwie schade. Denn das Regattasegeln mit Schwertzugvögeln ist anspruchsvoll.
Wer sich also für den Schwertzugvogel interessiert, wird beim DBYC fündig. Regelmäßig verstanstaltete Ranglistenregatten, bei denen regelmäßig 10 Segelboote dieser Klasse zusammenfinden und jede Menge begeisterter Segler: ein Besuch lohnt immer...
Der DBYC ist dabei der einzige Verein, der auch im Winter regelmäßig segeln lässt, unsere Frostbite Series ist legendär ebenso wie die alljährliche Internationale Berliner Meisterschaft.
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