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Randmeer Berichte
24-Stunden-Regatta zu Pfingsten auf dem Tegeler See
 


Der Volksmund sagt ja, dass in der Regel viele Köche den Brei verderben. Umso erfreulicher ist es, dass sich in unserem Fall der Volksmund kräftig geirrt hat. Nach einigen anfänglichen „Hin und Her´s“ und vielen Ideen bezüglich der Organisation hatte letztendlich jeder mit seinen Zutaten für eine ordentlich schmackhafte Suppe gesorgt. Und mit dieser konnten wir uns wahrlich bei den als Gourmet bekannten Franzosen sehen lassen.
Kurz gesagt – ein gelungenes Event für das Team des DBYCs.
Unsere überholte Randmeer konnten wir ja nun auch zum aller ersten Mal auf dem Tegeler See zum Einsatz bringen und Dank aller fleißigen Hände und der guten Segel hat unsere „alte Dame“ eine recht ordentliche Figur gemacht. Dass wir „nur“ den sechsten Platz belegt haben, lag weder am Material, noch an der Mannschaft. Als britische Delegation war uns leider nicht bewusst, dass oben im Berliner Norden `Rasmus` nur französisch versteht und als obligatorischen Schluck ausschließlich Cognac oder Pernod akzeptiert. Die Franzosen waren damit eindeutig im Vorteil.

Geladen hatte der CNFT zur alljährlich stattfindenden 24-Std-Regatta und bereits zur Steuermannsbesprechung war unser Team vollständig. Alle, die ihre Zusage für die Regatta gegeben hatten, standen bereit. Unser Team in alphabetischer Reihenfolge: Andi, Anna, Christian, Christina, Christopher, Ekke, Ingo, Kerstin, Kristof, Rolf, Ryke, Sonja und Uwe. Ein Spitzen-Team durch jung und alt – dick und dünn – weiblich und männlich ….. eine gelungene Kombination unseres Clubs.
 
 


Bei meinem Eintreffen hatte Rolf schon frühzeitig unserem Randmeer-Gaul den Rennsattel aufgezogen – wir sprechen hier ja eher vom Segeltrimm – und begann nun das von Uwe konstruierte Toplicht zu befestigen. Hier ein großes Lob an Uwe für sein Patent. Denn wir hatten ohne Zweifel das wohl hellste und schönste Toplicht der gesamten Regatta und in dieser Rubrik eindeutig den ersten Platz sicher.
In der Besprechung gab es die letzen Details, bevor dann die erste Mannschaft endgültig an Bord gehen musste. Hier ein paar Auszüge:

  • Gesegelt wurde 24 Stunden – von 14.00 Uhr Samstag bis 14.00 Uhr Sonntag
  • Teilnahme: insgesamt neun Randmeer-Jollen an der Zahl
  • Es durfte beliebig gewechselt werden
  • Gewonnen hat, wer innerhalb der 24 Std. die meisten Runden segelt.Der Austausch der Mannschaften hat im fliegenden Wechsel zu erfolgen

Und genau dieser letze Punkt sollte als Volksbelustigung für alle passiven Segelfreunde dienen. Drei Mann raus – drei Mann rein – ohne Anlegen = mindestens einer im Wasser. Dies war die Formel für jede Menge Schadenfreude aller Beteiligten. Leider mussten wir Alain & Co als Organisatoren dieses Mal enttäuschen, denn alle Wechsel funktionierten einwandfrei.
 
 


Während unsere erste Mannschaft nach pünktlichem Start für die ersten drei Stunden in die Weiten des Tegeler Sees stach, begann der Rest des Teams mit dem Aufbau der Zelte oder genoss in den freien Stunden die sonnige Terrasse des CNFTs .
Ab 18.00 Uhr wurde der Grill angerfeuert und das reichhaltige Buffet gerichtet. Für die Nacht standen genügend Kaffee und Verpflegung am Lagerfeuer bereit. Wäre man nicht selbst britisch angehaucht, hätte man sich schnell durch ein leises „Vive la France“ outen können – alleine die Käseplatte wäre es wert gewesen.
Überhaupt war die Organisation der Regatta sehr gut durchgeplant und der CNFT zeigte sich erneut von seiner gastfreundlichsten Seite. Hier sei noch kurz erwähnt, dass unsere Teilnahme gebührend von den Franzosen gefeiert wurde. So hätten wir als britische Delegation doch noch für einen internationalen Flair gesorgt.

In der Regatta entwickelte sich ein lustiges „Stelldichein“ zwischen unserem Team und der Randmeer „Rosi“, das sich zu einem Dauer-Fight über die gesamten 24 Stunden ausweitete. Während einige unserer Steuermänner bei ihrem Einsatz die „Rosi“ förmlich in die Tasche steckten, hatten andere unserer Kameraden wiederum ein Nachsehen, ließen sie wieder aus der Tasche und schenkten ihr erneut die Freiheit. Ein ständiges Hin und Her sorgte so für knisternde Stimmung bis zum bitteren Schluss. Letztendlich überließen wir „Rosi“ den fünften Platz – allerdings nur, um nächstes Jahr eine noch erfolgreichere Aufholjagd starten zu können.

Zusammenfassend für mich (und wohl auch für alle anderen Teilnehmer) ein gelungenes Wochenende mit viel Gesprächsstoff. Das Wetter zeigte sich überwiegend freundlich: Wir hatten jede Menge Sonnenschein, ein wenig Regen in der Nacht und `Rasmus` bescherte uns mit frischer Brise bis hin zur absoluten Flaute (wie schon gesagt, wir hatten keinen Pernod oder Cognac)
Natürlich gab es zu wenig Schlaf in der Nacht, aber das steckten wir alle locker weg. Dass einige schon ihre Teilnahme für das nächste Jahr ankündigten, wundert nicht. Für mich steht das auch bereits fest, zumal ich ja die Randmeer grundsätzlich sehr sympathisch finde. Das mag wohl daran liegen, dass wir uns figürlich sehr ähnlich sind und beide viel Flüssigkeit verdrängen können. 

Viele Grüße
Andi

P.S: Es ist natürlich bedauerlich, dass wir nur eine Randmeer haben und somit keine Regatta-Situationen im Training simulieren können. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.