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Geschichte
Gegründet am 6. November 1991: Der Deutsch-Britische Yacht Club
Die wechselvolle Geschichte des ehemals alliierten Segelclubs DBYC lohnt, genauer beschrieben zu werden. Im folgenden ein kurzer Aufriß bis in die heutige Zeit:

Die Geschichte des DBYC beginnt bereits im Jahr 1947 mit der Gründung des United Forces Sailing Club in Berlin und des United Services Yacht Club. Während der Berliner Blockade wird vom nahe gelegenen Flugplatz Gatow eine Pipeline zum Betanken von Wasserflugzeugen auf das Clubgelände gelegt, der komplette Club zieht um.

1952 wird der British Berlin Yacht Club gegründet nach erfolgreichem Umzug zurück nach Kladow. Im Jahr 1970 werden die ersten deutschen Mitglieder aufgenommen, deren Anteil bis 1989 auf etwa 20% steigt.

Nach der Grenzöffnung nimmt bereits am 10./11. November 1989 der erste Bürger der DDR an der Grand-Slam-Regatta für 505er, Laser, OK-Jollen und Europe teil. Mit dem Fall der Mauer wird klar: Die Alliierten werden früher oder später Berlin verlassen. So wird am 6. November 1991 noch innerhalb des BBYC der Deutsch-Britische Yacht Club gegründet in der Absicht, die Tradition des BBYC im Hinblick auf Völkerverständigung und Bi-Nationalität im besten Sinne fortzuführen.

Am 2. Juli 1994 wird mit einem lachenden und einem weinenden Auge mit einer großen Party feierlich Abschied genommen vom British Berlin Yacht Club und von vielen seiner alliierten Freunde.

Der Club ist tot - es lebe der Club. Die offizielle Eröffnung mit rauschendem Sommerfest macht allen Anwesenden am 1. Oktober 1992 deutlich: Der Deutsch-Britische Yacht Club ist fester Bestandteil des Berliner Segler-Lebens. Mit Mrs. Rosemary Spancer, damals Leiterin der Außenstelle Berlin der Botschaft des Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland, als Schirmherrin und aktivem Ehrenmitglied wird ein Stück Deutsch-Britischer Freundschaft für die Zukunft bewahrt.

Nach großer Party zum 50sten Geburtstag kommt allerdings Katerstimmung auf: die Eigentümerin des Grundstücks – das Bundesvermögensamt – erhöht die Landpacht um beachtliche 300% auf das Vierfache. Der DBYC erhebt vor dem Verwaltungsgericht Einspruch und muss bis zu einer endgültigen Entscheidung um die Existenz bangen. Eine solche außerordentliche Erhöhung ist nicht zu finanzieren. Darüber hinaus soll in einem Wertgutachten ermittelt werden, ob ein Ankauf des Grundstücks durch die Vereinsmitglieder im Bereich des Möglichen und Sinnvollen liegt. Und dann wäre da ja noch die ungeklärte Frage der Stegerweiterung...
 
Die Chronik des Deutsch Britischen Yacht Clubs
Im Folgenden eine detailierte Chronik über Entstehung, Werdegang mit wechselhafter Geschichte, wichtige Meilensteine und Ausblicke des Deutsch-Britischen Yacht Clubs

1947
Aufzeichnungen belegen die Gründung des United Forces Sailing Club in Berlin und des britischen United Services Yacht Club. Zu dieser Zeit existierte bereits der Inter Services Yacht Club.

1948
Während der Berliner Blockade wird die Steganlage des Clubgeländes zum Betanken von Wasserflugzeugen genutzt, die Kohle zur Unterstützung der eingeschlossenen Stadt bringen. Eine Pipeline liefert das Flugbenzin direkt vom Flughafen Gatow. Weil unter diesen Umständen an einen geregelten Segelbetrieb nicht zu denken ist, zieht der Segelclub kurzerhand zur Stößenseebrücke um, neuer Name: British Stößensee Yacht Club. Alle nun existierenden vier Namen bezeichnen im Grunde genommen den selben Segel-Club. Nach Beendigung der Blockade wird das angestammte Gelände in Kladow wieder bezogen, der British Stößensee Yacht Club wird später zum British Army Canoe Club.

1950
Ein Namensschild im Clubhaus zeigt den Namen Allied Forces Sailing Club.

1952
Veranstaltung der Coronation Cup Regatta vom Gelände am Stößensee. Dies zeigt, dass der Club dort nach wie vor ein zweites Domizil hat. Im gleichen Jahr erfolgt der endgültige Umzug nach Kladow mit der Umbenennung in British Berlin Yacht Club.

1960
Start der ersten Inter Services Cup Regatta der britischen, amerikanischen und französischen Yacht-Clubs.

1961
Umbenennung der Inter Services Cup Regatta zur Tripartite Regatta, die dreimal im Jahr von jeweils einem der teilnehmenden nationalen Yacht-Clubs ausgerichtet wird. Im Jahr 1993 findet die vorläufig letzte Regatta dieser erfolgreichen Serie statt.

1965
Abriss des alten Clubhauses, einer besseren Wellblech-Baracke. Der entstehende Neubau entspricht schon in etwa der heutigen Bebauung.

1970
Aufnahme der ersten deutschen Mitglieder. Abriss der alten Betankungsanlage, es entsteht eine der höheren Mitgliederzahl angemessene Steganlage.

1972
Erwin Beelitz, verantwortlich für die Club-Boote, kommt bei einem Bombenanschlag ums Leben. Zu seinem Gedenken wird durch den Rear Commodore – den offiziellen Leiter des BBYC, vertreten durch den Club-Manager - Lt. Col. B. Steward die jährlich vergebene Beelitz Trophy ins Leben gerufen.

1975
Das Jahr bringt dem Club neue Bootsstege und Erweiterungsbauten. Windsurfing
und Wasserski kommen zum sportlichen Angebot dazu.

1985
Der Club erhält 10 Jollen der Klasse Schwert-Zugvogel vom Berliner Senat. Nach Abzug der Alliierten und Übernahe der Zugvögel in den Bestand des Nachfolgevereins DBYC ist die größtenteils privatisierte Flotte Grundlage für eine rege Regattatätigkeit in dieser Klasse. Die im Winter stattfindende Frostbite Regatta Serie kann auf dieser Basis erfolgreich erhalten werden.

1988
Wiedereröffnung des Clubhauses nach Umbau und Renovierung im August.

1989
Fall der Mauer. Am 11./12. November nimmt der erste Bürger der ehemaligen DDR, N. Koppe, an einer Grand Slam-Regatta für die Klassen 505, OK-Jolle, Laser und Europe im BBYC teil.

1991
Während des Golf-Kriegs bleibt der Club vom 15. Januar bis zum 23. März aus Sicherheitsgründen geschlossen. Am 6. November Gründung des DBYC, dem Deutsch Britischen Yacht Club, mit dem Ziel, die Tradition des BBYC im Hinblick auf Völkerverständigung und Bi-Nationalität im besten Sinne fortzuführen.

1992
40jähriges Club-Jubiläum.

1993
Die vorläufig letzte Tripartite Regatta, an der alle drei alliierten Segel-Clubs teilnehmen, wird im BBYC abgehalten.

2002
Das 50jährige Bestehen des DBYC wird mit einer großen Sommerparty gefeiert. Nach neun Jahren Unterbrechung wird die Tripartite wieder zum Leben erweckt. Wegen des großen Aufwands – die teilnehmenden Boote des französischen Vereins CNSF müssen vom Anfang des Tegeler Sees bis zum DBYC geschleppt werden (oder die der anderen Vereine nach Tegel) – wird es nur noch eine Regatta im Jahr bei wechselnder Ausrichtung und gegenseitiger Kostenbeteiligung geben.

2003
Ein entscheidendes Jahr für den DBYC: eine Pachterhöhung durch das Bundesvermögensamt um 300% auf das Vierfache muss vor Gericht entschieden werden, ein Wertgutachten als Entscheidungsgrundlage eines möglichen Grundstückskaufs ist in Arbeit und die seit Jahren geplante Stegerweiterung wartet immer noch auch die Genehmigung.